Maculelê

Ein weiterer brasilianischer Kampftanz ist Maculelê, der ähnliche Wurzeln wie Capoeira hat und vermutlich ebenfalls afrikanischen und / oder indianischen Ursprungs ist.
Maculelê und seine Vergangenheit sind jedoch noch ungewisser, als die der Capoeira.

Eine Theorie besagt, Maculelê sei bei der Arbeit auf Zuckerrohrfeldern entstanden. Andere erzählen, Maculelê wurde zur Feier der Ernte getanzt oder habe einen religiösen Ursprung. Möglicherweise war es sogar einmal eine Kampftechnik der Sklaven!

Eine weitere Legende erzählt die Geschichte eines Mannes, der bei Frauen und Kindern im Dorf zurückblieb, während die anderen Männer auf der Jagd und fischen waren. Als das Dorf überfallen wurde, opferte der Mann sein Leben und rettete dadurch die Frauen und Kinder des Dorfes mit nur zwei Stöcken in den Händen. Zu Ehren dieses Mannes tanzte man Maculelê.

Wie auch immer Maculelê letztendlich entstanden ist, es starb nach Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888 fast komplett aus und wurde kaum nochgesehen. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Maculelê von Vavá und Mestre Popo wieder ins Leben gerufen und in das heutige Capoeira integriert. So findet man Maculelê heute hauptsächlich in Capoeira Schulen.

Im Gegensatz zur Capoeira handelt es sich bei Maculelê um einen Stock- bzw. Messerkampf. Jeder Kämpfer führt entweder zwei Holzstöcke, genannt grimas, die ca. einen halben Meter lang sind, oder zwei Messer (Macheten), wie sie zur Ernte von Zuckerrohr üblich waren. Die Tänzer tragen die für bahianischen Tänze üblichen Kostüme aus palha (Stroh).
Ausgeführt wird Maculelê, ähnlich wie Capoeira, in einer Roda, in der sich zwei Tänzer gegenüber stehen. Begleitet wird der Kampftanz mit Wechselgesang und klatschen. Den Takt und somit die Geschwindigkeit der Bewegungen gibt das Atabaque vor, während die Tänzer die Stöcke / Messer in einem bestimmten Rhythmus gegeneinander schlagen.
Die Bewegungen, die dabei ausgeführt werden, können je nach Laune des Tänzers akrobatisch oder eher tänzerisch sein.

Bilder Maculelê